Sarah ist Fotografin, Grafikdesignerin und Programmiererin aus der Nähe von Augsburg und fotografiert vor allem Hochzeiten und Familien in einem sehr natürlichen und ungestellten Stil. Zur Fotografie hat sie vor allem durch viel ausprobieren gefunden. Während ihrer Ausbildungszeit hat sie sich ihre erste digitale Spiegelreflexkamera gekauft und damit Cupcakes fotografiert. Daraus hat sich dann immer mehr eine Leidenschaft entwickelt und durch immer mehr ausprobieren und auch etwas Glück kamen dann die ersten Hochzeiten und Familien. 

Ihr Ziel ist es Erinnerungen zu schaffen, an die man sich mit einem Lächeln zurückerinnert.

Mehr von Sarah findest Du hier: 

Instagram | Webseite | Facebook

In meinem Umfeld hat immer keiner Lust darauf, Fotos zu machen und deshalb habe ich in den letzten Jahren angefangen mich selbst zu fotografieren. Wie ich dabei vorgehe, möchte ich euch im Detail anhand eines konkreten Beispiels zeigen.

Was ich benutze

Das wichtigste Utensil ist natürlich die Kamera. Ich verwende eine Canon 5D M4, aber das funktioniert eigentlich mit jeder anderen Kamera auch. Je nach Kamera kann sich aber die Technik beziehungsweise Hardware für den Selbstauslöser unterscheiden, da müsst ihr einfach bei euch schauen. Ich wollte möglichst weitwinklige Fotos machen, deshalb habe ich mich für ein 16-35 mm Objektiv entschieden. Auch ein Stativ kann sehr hilfreich sein, alternativ geht natürlich auch ein Tisch oder Stuhl, wo ihr die Kamera platzieren könnt. 

Selbstauslöser

Viele von euch kennen diese Einstellung vermutlich. In den meisten Kameras kann man einen Selbstauslöser einstellen, der dann nach zwei oder zehn Sekunden auslöst. Der Nachteil dabei ist, dass ihr eigentlich nach jedem Bild wieder zur Kamera müsst und dabei nicht so wirklich entspannte und ungestellte Fotos rauskommen. 

Handy / Fernauslöser

Meine Kamera hat eine WLAN-Funktion. Ich kann mich also mein Handy mit der Kamera verbinden und so das Handy auch als Fernauslöser verwenden. Natürlich kann man dazu auch einen einfachen Fernauslöser kaufen. Welchen ihr da kaufen müsst, kommt auf eure Kamera an. Die funktionieren meistens mit Infrarot. Der Vorteil am Handy ist, dass ich dort auch sämtliche Einstellungen, wie Fokus oder Blende einstellen kann und direkt das Ergebnis auf meinem Handy sehe. Der Nachteil ist natürlich, dass ich das Handy oder den Fernauslöser je nach Bildausschnitt auch auf dem Bild sehe und die Fotos auch nicht so wirklich ungestellt werden. Außerdem funktioniert die Auslösung des Blitzes im Live-Modus nicht immer so super, falls ihr einen Blitz verwenden wollt.

Intervall-Timer

In vielen Kameras gibt es mittlerweile einen so genannten Intervall-Timer. Dort kann man ein Intervall einstellen, in der die Kamera Fotos machen soll. Zum Beispiel alle 2 Sekunden ein Bild. Das kann man so oft wiederholen, wie man will. Wenn man also auf den Auslöser drückt startet die Kamera und macht so lange und so oft ein Bild, wie man es eingestellt hat. Wer keine Intervall-Timer-Funktion in seiner Kamera hat, kann sich einen Externen besorgen. Das Gerät kann man einfach an seine Kamera anschließen und dann eben die Intervall-Einstellungen auf dem Timer einstellen. Ich habe zum Beispiel den hier: Rollei Kabelfernauslöser für Canon

Meine Kamera hat zwar so einen Intervall-Timer, aber mit dem Kabelfernauslöser geht es schneller und einfacher, deshalb nutze ich eigentlich immer den Kabelfernauslöser.

Entfesselt Blitzen

Vom entfesselt Blitzen spricht man, wenn Blitz und Kamera räumlich getrennt sind und ich habe das in diesem Selbstporträt angewandt, um ein bisschen Spannung reinzubringen. Dafür braucht man einen Blitz (ich verwende hier einen Yongnuo YN-560 Mark III) und damit der Blitz auch steht habe ich ihn auf einen Blitzschuh gestellt. Dieser ist aber meist bei den Blitzen dabei. Um den Blitz entfesselt auslösen zu können, verwende ich einen Funkauslöser (ich habe diesen hier: Yongnuo RF603CII RF603II Funkauslöser. Damit der Funkauslöser mit dem Blitz kommuniziert muss man beide auf denselben Kanal einstellen. Theoretisch kann man auch noch einen Blitz auf die Kamera packen oder sogar noch einen weiteren dazu stellen. So lange sie den gleichen Kanal eingestellt haben, blitzen sie auch gleichzeitig mit. Wenn man einen Blitz hat, der selbst keinen integrierten Funkauslöser hat, braucht man den zweiten Funkauslöser, auf den man dann einfach den Blitz setzt. 

Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten entfesselt zu blitzen, hier jetzt nur die, die auch ich verwendet habe. Mit den Einstellungen am Blitz selbst kenn ich mich ehrlich gesagt auch nicht so gut aus. Ich probiere immer etwas rum und mache Testfotos. Dann finde ich meist recht schnell die passende Einstellung. 

Meine Einstellungen in der Kamera für dieses spezielle Selbstporträt waren 

1/4 Sek. bei f / 4,0, ISO 400, 16mm

1/160 Sek. bei f / 4,0, ISO 3200, 16mm und

1/30 Sek. bei f / 4,0, ISO 3200, 16mm

ISO habe ich dabei auf Automatik gehabt und nur die Belichtungszeit angepasst. 

Wenn alles eingestellt ist, braucht man nur noch den Intervalltimer starten und kann sich frei bewegen. 

Weitere Tipps zum Selbstporträt

Ich mache meistens eine Kombination aus Handy & Intervall Timer. Je nachdem was ich machen will, stelle ich den Fokus und alles vorher mit Hilfe meines Handys ein und nach Einstellen des Timers kann ich mich frei bewegen, während die Kamera einfach abdrückt. Je nachdem wie viel man sich bewegt macht der automatisch Feldmessungs-Autofokus (der heißt natürlich technisch nicht so, ich habe nur versucht ihn zu beschreiben 😉) Sinn. Da muss man aber selbst immer etwas rumprobieren. Diese Selbstporträt-Technik kann man auch mit den eigenen Kindern ausprobieren. Da werden vermutlich dann noch mehr Fotos rauskommen, aber dank der digitalen Möglichkeiten heutzutage kann man das ja dann später am Rechner super aussortieren. Probiert es einfach mal aus. Ich wünsche euch ganz viel Spaß dabei!

“Community over Competition”

Du magst Dich gerne mit anderen Fotografinnen austauschen? Fragen stellen und Teil einer Community sein? Dann werde Mitglied in der Kameramama Gruppe!

ZUR GRUPPE