Zu Beginn meiner Selbständigkeit als Fotografin habe ich alles fotografiert, wofür ich eine Anfrage bekam. Nicht weil ich es unbedingt wollte, sondern weil ich erstens nicht genau wusste worauf ich mich konzentrieren sollte und zweitens meinte jede Anfrage annehmen zu müssen. Ich hatte Anfragen für Hochzeiten, Taufen, Familien, erweiterte Familien, Babies, Produkte… manches machte mir Spass, anderes überhaupt nicht. 

Eine Weile lang ist das gut gegangen, aber irgendwann fing ich an mir Gedanken darüber zu machen, was ich eigentlich wirklich wollte und vor allem, was ich NICHT wollte. Und ganz schnell ist mir klar geworden, dass ich die Shootings machen wollte, die mich inspiriert haben und alles andere mich einfach viel zu viel Kraft und Zeit (ich tat mir dann auch bei der Bildbearbeitung unheimlich schwer) gekostet hat. 

Und so habe ich für mich meine Nische gefunden. Am aller glücklichsten bin ich, wenn ich Familien, Schwangere und Babys fotografieren kann. Alles andere liegt mir nicht und ich überlasse es gerne einer Kollegin, die Freude damit hat und so soll es ja eben auch sein :-).

Hier sind 3 Tips, wie Du Deine Nische finden kannst: 

Tip Nr. 1 – Probieren geht über studieren

Bereue ich es, dass ich am Anfang ALLES gemacht habe? Nein natürlich nicht. Das war gut so, weil ich jetzt wirklich weiss, was mir liegt und was mir nicht liegt. Ich habe letztens ein Mentoring mit einer Fotografin gemacht, die eigentlich überzeugt war Familien fotografieren zu wollen. Eher durch zufall hatte sie eine Portrait Session und mit einem mal hat es bei ihr klick gemacht und sie hat gemerkt, dass sie, obwohl ihr die Arbeit mit den Familien gefällt, noch viel mehr Freude daran hat konzentriert mit nur einer Person zu arbeiten….

Tip Nr. 2 – Sag auch mal “NEIN”

Puuuuh… das war am Anfang so schwer  für mich. Eine Anfrage abzulehnen… aus 2 Gründen 1. Hatte ich Angst, keine Buchungen mehr zu bekommen (stimmt nicht) und zweitens hatte ich das Gefühl, den Kunden einen Gefallen zu tun indem ich immer Ja zu allem gesagt habe (das Gegenteil ist der Fall). Wenn Du Deine Nische gefunden hast, dann nimm Dir die Freiheit Nein zu allem anderen zu sagen (es sei denn Du bist neugierig und möchtest einmal etwas anders ausprobieren)

Tip Nr. 3 – Finde die Nische von der Nische

Wenn Du Dich einmal entschieden hast, wo Dein Herz liegt und was Du gerne fotografierst, dann musst Du dort weiter und tiefer bohren… Du weisst selbst ein Neugeborenenshooting ist nicht gleich ein Neugeborenenshooting. Es gibt die traditionellen Neugeborenen Porträts im Studio, Lifestyle Neugeborenenfotografie oder eine dokumentarische Neugeborenen Reportage. Finde heraus, was Dir am meisten Freude macht und was Dich inspiriert? Liebst Du es Babys in Körbchen zu drapieren und in Decken einkuscheln, für zuckersüße Porträts, oder begleitest Du gerne Familien in ihrem Alltag?

Bonus Tip:

Sobald Du Deine Nische gefunden hast, solltest Du durch Deine Webseite gehen und darauf achten nur noch Bilder zu zeigen, die mit Deiner Nische auf einer Linie liegen. So stellst Du sicher, dass keine Anfragen zu Fotoshootings kommen, die Du eigentlich nicht machen möchtest und potentielle Kunden sehen werden nicht verunsichert, wenn sie Dein Portfolio betrachten. (Mehr Tips für ein gutes Portfolio findest Du hier).

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